Ein Kommentar der ver.di Betriebsgruppe HDI Hannover – ver.trauen – zu Kündigungen im HDI Talanx Konzern

Sollten wir uns über Geschehnisse, die wir nicht mehr ändern können noch aufregen? Eigentlich nicht, aber es ist nie zu spät, darauf hinzuweisen, wenn etwas passiert, was nicht passieren darf.

Im Jahr 2018 wurde in einem Korb von Sparmaßnahmen u. a. beschlossen, die HDI Direkt Service GmbH in Hannover zu schließen und die Arbeit nach Rostock zu verlagern. Den Beschäftigten wurde angeboten, zu den Bedingungen der neuen GmbH nach Rostock zu wechseln. Natürlich schlechteren Bedingungen als sie in der tariflosen Tochter sowieso schon vorlagen. Weiterhin wurde entschieden, den Bereich Inputmanagement in Hannover outzusourcen und diese Arbeiten künftig von einem externen Anbieter in Springe erbringen zu lassen. Hier haben die Beschäftigten Angebote zur Beschäftigung bei dem externen Dienstleister erhalten.

„Ach, das sind ja nicht so viele. Bis es soweit ist, kommen die Betroffenen in dem großen HDI Konzern am Konzernsitz in Hannover schon irgendwie unter.“  mögen da viele gedacht haben. Heute sehen wir, was diese Entscheidungen für die betroffenen Beschäftigten tatsächlich bedeuten. Nur wenige Kolleg*innen hatten das Glück, im Konzern unterzukommen.

Ein Großteil der Beschäftigten der HDI Direktservice GmbH hat das Unternehmen mittlerweile verlassen. In Rostock wird nach über einem Jahr immer noch angelernt; die Arbeitslast ruht immer noch auf den Kolleg*innen der Alt-Gesellschaften. Dort wurden über Jahre fast durchgehend Überstunden, in der Woche wie auch am Wochenende geleistet, um den Weggang der Kolleg*innen zu kompensieren. Denn verschärfend kam hinzu, dass auch bei der HDI Kundenservice AG bundesweit Personal abgebaut wurde. Insbesondere befristet beschäftigte Kolleg*innen mussten in großer Zahl gehen.

Die Angebote für die Beschäftigten des Inputmanagements bei dem Dienstleister in Springe (Majorel) sind unzumutbar und keinesfalls mit der Anstellung in einem Versicherungsunternehmen vergleichbar.

Beschäftige müssen gehen obwohl der Konzern Rekordergebnisse erwirtschaftet! Soziale Verantwortung und wertschätzender Umgang sehen anders aus.

Betriebsgruppenmitglied

Letztendlich haben sehr viele Beschäftigte des HDI-Konzerns ihren Arbeitsplatz ohne wirtschaftliche Notwendigkeit verloren. Der Konzern erzielte alleine im Jahr 2019 eine Rekordergebnis in Höhe von 923 Mio. Euro.

Das darf nicht wieder passieren! Und daher ist es nie zu spät, sich darüber aufzuregen und diesen unsozialen Umgang mit den Kolleg*innen nochmal klar und deutlich darzustellen.

Für sichere Arbeitsplätze!

Mit Tarifvertrag!

Gemeinsam stark!

ver.trauen die ver.di Betriebsgruppe HDI, Hannover