Die geplante Verlagerung des Postbank Standorts von Hannover nach Hameln belastet die Beschäftigten.

Über die Sommerferien hat der Betriebsrat die Beschäftigten aufgemuntert, Postkarten aus dem Urlaub oder dem Home Office zu schreiben. Dieser Aufforderung sind viele Beschäftigte nachgekommen und haben Postkarten aus aller Herren Länder geschrieben.

„Wenn ich an meine Zukunft bei der Postbank denke…“

… habe ich Angst wie ich die lange Anreise, die Arbeit, meine Arztbesuche und Therapie, Familie, Pflege meiner Mutter und Treffen mit Freunden schaffen soll. Wo bleibe ich?

… denke ich an viele Stunden im öffentlichen Nahverkehr, weil die Anschlüsse verpasst werden und meine Fahrzeit ca. 5 Stunden bei gleicher Arbeitszeit beträgt.

… habe ich Angst um meine Gesundheit wegen des Stresses, den ein solch langer Arbeitsweg dann mit sich bringt.

… bekomme ich große Angst, da ich nicht mehr genug Zeit haben werde meine betagten Eltern zu betreuen.

… kann ich meinen Urlaub gar nicht genießen.

So oder so ähnlich lauten die Rückmeldungen, die der Betriebsrat erhalten hat. Der Beschäftigten waren sehr kreativ, haben auch gedichtet und gezeichnet.

Denk ich an meine Postbank-Zukunft in der Nacht, dann bin ich um den Schlaf gebracht. Ich kann nicht mehr die Augen schließen und meine heißen Tränen fließen.“

Frei nach Heinrich Heine

Neben den Verweisen auf den zeitlichen Mehraufwand, den die unzumutbar langen Wegezeiten mit sich bringen fällt auf, dass inzwischen auch immer mehr Sorgen bezüglich der gesundheitlichen Auswirkungen die eine solche Belastung mit sich bringt geäußert werden.

Zu den Sorgen der Beschäftigten trägt das bisherige Verhalten der Deutschen Bank sicherlich einen nicht unerheblichen Teil bei.

Bei der Betriebsversammlung im Juli war kein Vertreter anwesend, um die drängendsten Fragen der Beschäftigten zu beantworten. Seit der ersten Information über die geplante Verlagerung ist viel Zeit vergangen. Inhaltliche Gespräche mit dem Betriebsrat haben bisher nicht stattgefunden.

Ver.di fordert: Der Tarifvertrag zur Beschäftigungssicherung muss eingehalten werden. Der Arbeitsort Hameln ist für die Beschäftigten unzumutbar. Es müssen jetzt Gespräche, mit dem Ziel einen alternativen Standort in Hannover zu finden, geführt werden.

Selbst gestaltete Postkarte