Bewegung an allen Ecken und Enden im DB Konzern!

Der fortlaufende Umbau des Deutsche Bank Konzerns und die immer ambitionierteren, z.T. überzogenen Ziele der Bank stellt uns vor immer größere Herausforderungen. Jede angekündigte Einsparmaßnahme führt zu einer immer starreren Haltung der Bank am Verhandlungstisch. Der Ton wird rauer!

Was vor einigen Monaten noch durch Gespräche in einem Miteinander besprochen und verhandelt werden konnte, muss nun hart erkämpft werden.

Es wird daher nicht mehr nur darum gehen, unsere Forderungen in verschiedenen Verhandlungen (z.B. workfromhome, Altersteilzeit usw.) mit der Bank durchzusetzen. Wir werden auch weitere Angriffe der Arbeitgeberseite abwehren müssen. Wie erfolgreich wir in den nächsten Tarifrunden sind, hängt davon ab, wie stark wir sind. Zusehen und hoffen, dass es die Anderen schon irgendwie richten, genügt nicht mehr.

Das zeigt sich auch bei den aktuellen Themen:

1. Entgelttarifverhandlungen

Für die Beschäftigten der KEBA und der PCC Services konnten noch 2020 Tarifergebnisse erzielt werden:

KEBA:

2020:1,6% mehr Geld (Ausnahme VG5: 1% + 100 EUR mtl.), seit 01.11.1. Stufe Sonderzahlung: 100 EUR |
200 EUR Sonderzahlung
2021:2. Stufe Sonderzahlung: 200 EUR
2022:1,4% mehr Geld3. Stufe Sonderzahlung: 350 EUR

PCC (blau):

2020:1,5% mehr Geld 475 EUR Einmalzahlung (für Azubis 150 EUR)
2022:1,5% mehr Geld

Die Verhandlungen bei der DB Direkt dauern hingegen weiter an und spitzen sich noch weiter zu. Rund um die Weihnachtsfeiertage und Silvester haben ein Großteil der Beschäftigten die Arbeit niedergelegt, um ein besseres Tarifergebnis durchzusetzen. Eine Einigung ist nach wie vor nicht in Sicht und es braucht einen langen Atem um die Deutsche Bank zu einem Abschluss zu bewegen.

2. Tarifverhandlungen #workfromhome

Karikatur: Alff

Mit unserer ver.di Aktivengruppe aus allen Konzernbereichen wollen wir Rahmenbedingungen für #Workfromhome schaffen. Dazu zählen z.B.:
– eine adäquate Ausstattung
– Zuschüsse zu den laufenden Kosten im Home-Office
– Qualifizierungsmaßnahmen
– Klärung von Rechtsansprüchen (Recht auf Home-Office, Recht auf einen Arbeitsplatz im Betrieb).

Ein Tarifvertragsentwurf ist bereits erstellt und die Bank wurde im Oktober zu Verhandlungen aufgefordert.
Bislang blieb die Bereitschaft aus, sodass wir zeitnah in eine breite Kampagne starten!

Denn wir in ver.di organisierten Kolleginnen und Kollegen wollen das regeln!
Unser Netzwerk wächst und wird durch jedes Mitglied stärker: www.macht-immer-sinn.de!

3. Zum Verkauf der Postbank Systems an die Tata Consultancy Services (TCS)

„Wir müssen mit Umstrukturierungen leben, aber wir wollen darüber informiert werden.“

ver.di Mitgliederversammlung Postbank Systems

Wir haben uns in mehreren bundesweiten Mitgliederversammlungen mit unseren Mitgliedern in der Postbank Systems ausgetauscht und offene Fragen zum Übergang und zu bestehenden tariflichen und betrieblichen Regelungen besprochen. Auch mit den Betriebsräten sind wir im engen Austausch.
Wir bleiben auch weiterhin für die Beschäftigten die zuständige Gewerkschaft und wir möchten den zum Jahreswechsel offiziell vollzogenen Übergang wie bisher begleiten und eine Plattform zum Austausch bieten.

Je mehr Beschäftigte sich unserem Netzwerk anschließen, desto repräsentativer und erfolgsversprechender wird der weitere Prozess! Denn sicher ist auch: Gerade in globalen Unternehmen wie der TATA Group und der Deutschen Bank hilft nur dieses starke Netzwerk um überhaupt gehört zu werden! Mehr zur Postbank!

4. Regelung zu Kurzarbeit

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Um dies gleich vorwegzunehmen: Es gibt keinerlei Erwägungen Kurzarbeit in der Deutschen Bank oder den Töchtern einzuführen. Trotzdem ist es – insbesondere in diesen Zeiten – wichtig vorzusorgen.

Analog den Regelungen für die Beschäftigten im Be-reich des privaten Bankgewerbes haben wir einen Tarifvertrag zur Regelung der Kurzarbeit für alle Konzerngesellschaften (in Deutschland) geschlossen, der u.a. folgende Regelungsinhalte in sich birgt:

– Aufstockung des Kurarbeitergeldes und der Leistungen nach dem Infektionsschutzgesetz.
Jeweils auf 95%.

Dass eine solche gute und umfassende Regelung nicht selbstverständlich ist, zeigt ein Blick in andere Teilbereiche des Finanzdienstleistungssektors. Die Genossenschaftsbanken haben sich gegen jegliche tarifvertragliche Aufstockung zur Wehr gesetzt.

5. Unternehmenserfolgsbonus

Im Rahmen der Verschmelzung zwischen der DB Privat- und Firmenkundenbank und der Deutschen Bank wurde auch die Unternehmenserfolgskomponente zum Thema. In der Deutschen Bank gibt es eine ähnliche Zahlung – die sog. Gruppenkomponente. Beide Zahlungen unterscheiden sich in 3 Punkten:

DB GruppenkomponenteUnternehmenserfolgskomponente
– betriebliche geregelt– tarifvertragliche Leistung
– Auszahlungsmechanismen begünstigen auch schlechtere Zielerreichung– setzt auf eine gute Zielerreichung
– Kennzahlen sind die harte Kernkapitalquote, die Verschuldungsquote, die bereinigten zinsunabhängigen Aufwendungen und die Eigenkapitalrendite nach Steuern– basiert auf den Zielen zum Cost Income Ratio und dem Gewinn vor Steuern

Ergebnis: Nach vielen intensiven Diskussionen hat sich unser ver.di-Verhandlungsteam für die Fortführung der Unternehmenserfolgskomponente entschieden.
Begründung: Gegen ein verändertes System sprechen vor allem die Kennzahl der bereinigten zinsunabhängigen Aufwendungen. Eine Bank, die ihre Entwicklung nur an die Entwicklung der Kosten bindet und die Steigerung der Erträge nachrangig behandelt, kann aus unserer Sicht nicht erfolgreich sein. Und diesen Aspekt möchten wir nicht in einem Zielvereinbarungssystem festschreiben. Abschließend war die Bank nicht bereit ein neues zusammengeführtes System in einem Tarifvertrag zu regeln – sondern nur in Form einer Betriebsvereinbarung.

6. Postbank Standortverlagerung Hannover nach Hameln

Hier zeigt sich die Deutsche Bank in keiner Weise nachsichtig. Entgegen unser Argumente, was das tägliche Pendeln von Hannover nach Hameln für die Beschäftigten bedeutet und dass es auch in Hannover geeignete und kostengünstige Büroflächen gibt, hält die Bank für den Großteil der Beschäftigten an Ihren Plänen fest. Unter der Überschrift „immobilienwirtschaftliche Entscheidung“ wird hier wieder mal der Profit vor das Wohl von Mitarbeitern und Umwelt gesetzt.

7. Postbank Akademie

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Postbank Akademie wurden am 09.12.2020 von der Geschäftsführung informiert, dass der Geschäftsbetrieb zum 30.06.2021 eingestellt wird. Die Deutsche Bank möchte sie nicht weiterführen, obwohl die Auftragslage gut ist. Knapp 80 Menschen stehen somit vor einer ungewissen Zukunft und sorgen sich um ihre Weiterbeschäftigung. Wir werden die Lage in Mitgliederversammlungen analysieren und Handlungsmöglichkeiten ausloten. Daneben soll es zu Spitzengesprächen, kommen um den Verbleib der Beschäftigten zu sichern.

8. Postbank Filialvertrieb

Und es geht weiter mit den bundesweiten Filialschließungen der Postbank. An vielen Standorten der Postbank, wie z.B. letztes Jahr in Bremen, Westerstede und Norden oder aktuell in Hamburg wurden und werden die Filialstrukturen „optimiert“. Zum großen Unmut der Beschäftigten, die jetzt weite Arbeitswege in Kauf nehmen müssen, um ihre Jobs erledigen zu können. 

9. Tarifverhandlungen Altersteilzeit für Beschäftigte in den Tarifbereichen Postbank

Im November haben die Tarifverhandlungen für eine Altersteilzeitregelung begonnen. Wir fordern u.a.:
– einen Rechtsanspruch auf Altersteilzeit
– einen höheren Aufstockungsbetrag und
– einen längeren Zeitraum für die Inanspruchnahme

Erwartungsgemäß brachte die Arbeitgeberseite zum Ausdruck, dass sie einen Rechtsanspruch als „sehr schwer“ und als eine „betriebliche Überforderung“ sieht. Altersteilzeit sei eines der teuersten Instrumente und erschwere Planbarkeit und Flexibilität. Man präferiere daher das bisherige Modell der „doppelten Freiwilligkeit“. Im Übrigen sehe man ein Problem bei der von ver.di verlangten langen Laufzeit.

Wir haben dargelegt, dass gerade in Zeiten des Konzernumbaus und dem damit verbundenen Personalabbau auch die Beschäftigten Sicherheit brauchen, um ihre Lebensplanung verlässlich zu gestalten.
Die Tarifverhandlungen werden auch im neuen Jahr fortgesetzt. Dabei sollen mögliche Modelle für Altersteilzeit erörtert werden.

Wir verfolgen die für uns wichtige Frage des Rechtsanspruchs weiter.

Fazit:

Wer auch zukünftig gute Arbeitsbedingungen im Deutsche Bank Konzern möchte, muss sich organisieren!

Wer jetzt Mitglied wird, stärkt den eigenen Tarifvertrag: mitgliedwerden.verdi.de