… ist der Originaltitel des unter dem Titel „Blade Runner“ verfilmten Science-Fiction Romans von Philip K. Dick.

Diese Frage lässt sich leicht beantworten. Androiden oder Roboter mit denen wir uns in diesem Artikel auseinandersetzen wollen, schlafen nicht und haben somit auch keine Zeit zum Träumen. Vielmehr stehen sie ganz arbeitgeberfreundlich 24 Stunden am Tag 7 Tage die Woche zum Arbeiten zur Verfügung.

Anders als im Roman haben diese Roboter aber kein menschliches Aussehen. Nicht mal mechanische Bewegungen wie in der Automobilproduktion. Wenn wir den Robotern überhaupt bei der Arbeit zusehen können, sehen wir lediglich wie sich die aus der täglichen Arbeit bekannten Eingabefelder ganz von alleine mit Daten füllen.

Was können die Roboter?

Solche sogenannten Softwareroboter wie sie von Firmen wie Uipath oder Blueprism angeboten werden, sind Teil der Automatisierung von Geschäftsvorfällen und Arbeitsprozessen die wir in der Finanzdienstleistungsbranche erleben. Dabei arbeiten Softwareroboter nach dem Ansatz: Robotic Process Automation RPA (Robotergestützte Prozessautomatisierung). Die einzelnen Schritte der zu erledigenden Aufgaben werden ihnen dabei vom Benutzer beigebracht. Danach werden sie mit den erforderlichen Daten gefüttert und arbeiten dann Fall für Fall ab. In den neusten Versionen erlernen die Softwareroboter jetzt die Arbeit des Bedieners nachzuahmen, nachdem sie einmal auf dem Computer installiert worden sind. Dann erfolgt die Interaktion mit den Benutzerschnittstellen der Softwaresysteme in einer vergleichbaren Art und Weise wie es ein Mensch tun würde. So könnten Roboter in Zukunft einen großen Teil anfallender Büroarbeiten übernehmen.

In vielen Unternehmen werden bereits heute Roboter eingesetzt. Dazu habe ich mit Heike Husemann, Mitarbeiterin bei einem großen Versicherungsunternehmen in Hannover gesprochen. Heike arbeitet im Bereich In- und Exkasso. Dort werden Roboter vor allem bei Massenarbeiten wie dem Ausbuchen von Beträgen und dem Setzen von Bearbeitungssperren eingesetzt. In anderen Bereichen werden so zum Beispiel Verträge storniert. Probleme für die Beschäftigten entstehen durch Nacharbeiten von Bearbeitungsfehlern aber vor allem dadurch, dass die verbleibenden Arbeiten immer komplexer werden und damit die Arbeitsbelastung steigt. Auch sorgen sich viele Beschäftigte darüber, dass Ihre Arbeit künftig vollständig von Robotern übernommen werden könnte.

Durch die Digitalisierung entstehen aber auch neue interessante Aufgaben. Diese sollten dann Weiterbeschäftigungsmöglichkeiten für die Beschäftigten bieten. Dafür müssen die Mitarbeiter entsprechend qualifiziert werden. Leider ist das bisher nicht immer der Fall.

Die Beschäftigten werden oft nicht mitgenommen in die neue Welt.

Heike Husemann – Versicherungsbeschäftigte

Wegfall von Arbeitsplätzen durch Digitalisierung

Die Digitalisierung von Arbeit führt also zum einen zur Veränderung von Aufgaben der Beschäftigten in der Finanzdienstleistungsbranche. Viele Aufgaben fallen weg, neue Aufgaben und neue Jobs entstehen. Für die Beschäftigten sind Möglichkeiten zur Weiterbildung und Qualifizierung daher jetzt besonders wichtig.

Zum anderen wissen wir aber auch, dass durch den Wegfall von Arbeit in Zukunft weniger Beschäftigte in der Branche benötigt werden. Diese Entwicklungen sind uns allen seit Jahren bekannt. So haben Studien und Untersuchungen bereits in den Jahren 2018 und 2019 ergeben, dass in dem Bereich der Banken und Versicherungen mehr als in anderen Branchen mit einem Wegfall von Arbeitsplätzen durch Digitalisierung gerechnet wird. Dabei ist das Potential groß und geht von Bankberatern über Versicherungsvermittler bis zu den Beschäftigten in den Verwaltungszentralen.

Für die Unternehmen ist Automatisierung eine der Kostensenkungsmaßnahmen um Einnahmeeinbrüche aus Niedrigzinsphase und Regulierung abzufangen. Studien zeigen auch, dass Unternehmen die sich aktiv mit den Herausforderungen der Digitalisierung auseinandersetzen Umsatz und Gewinn im Vergleich zum Durchschnitt langfristig schneller steigern.

Auswirkung auf die Beschäftigten

Die Umsetzung vieler Digitalisierungsmaßnahmen hat in der Praxis noch nicht überall zu einem Wegfall von Arbeit oder sogar einer Entlastung der Beschäftigten geführt. Häufig führen technische Anlaufschwierigkeiten, fehlende Benutzerfreundlichkeit oder strategische Fehlplanungen dazu, dass die Arbeitsbelastung sogar gestiegen ist. Trotzdem werden Stellen mit dem Hinweis auf eine anstehende Digitalisierung von Arbeit oft nicht nachbesetzt oder sogar abgebaut.

In den letzten Jahren konnten wir vor allem Folgendes beobachten:

  • Die Anzahl der Beschäftigten in der Branche geht immer weiter zurück.
  • Aufgaben und Anforderungen werden komplexer.
  • Die Arbeitsbelastung für die verbleibenden Kolleginnen und Kollegen steigt.

Fazit: Die Belastungen aus der Digitalisierung von Arbeit tragen also vor allen die Beschäftigten während Gewinne und Vorteile bisher nur Anteilseignern und Aktionären zu gute kommen. Eine gerechte Verteilung der Digitalisierungsgewinne ist überfällig.

Kurze Vollzeit

Eine einfache Lösung, die Digitalisierung der Arbeit für alle Beteiligten zum Vorteil zu nutzen ist eine Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich.

Viele Beschäftigte wünschen sich zurecht eine solche Veränderung. Vollzeitbeschäftigte arbeiten heute oft an der Grenze zur Überlastung. Zu den gestiegenen Anforderungen kommen oft noch Überstunden in nicht unerheblichem Umfang. Teilzeitbeschäftigte würden gerne mehr arbeiten, um ein bedarfsgerechtes Einkommen zu erzielen. Viele können dies aber nicht, da sie sich um die Kinder oder in letzter Zeit auch zunehmend um ältere pflegebedürftige Familienangehörige kümmern müssen.

Die Steigerung der Produktivität durch den Einsatz von Automatisierung und Robotern kann zu einer Verkürzung der Arbeitszeit der Beschäftigten genutzt werden. Diese hätten durch mehr Freizeit einen Ausgleich zu den steigenden Belastungen durch Ihre Arbeit oder würden im Falle von Teilzeitbeschäftigung mehr Geld bekommen. Diese Lösung würde auch endlich zu der überfälligen Beteiligung der Beschäftigten an den Digitalisierungsgewinnen der Branche führen und Kollege Computer zahlt so zumindest indirekt auch seinen Teil in die Sozialversicherungen ein.

Anders als in Philip K. Dicks Roman keine düstere Vision, sondern ein positiver Schritt unser zukünftiges Zusammenleben mit Robotern zu gestalten. Mit einer starken Gewerkschaft muss das kein Science-Fiction bleiben.